Ihr Lieben
(ich muss das Newsletter-Programm noch aufsetzen, mit dem ihr individuell angesprochen werdet UND Bilder habt – alles ist im Fluss, ohm…),
hier ist der neue Newsletter! Ich hab mich riesig gefreut, dass der erste so gut bei euch ankam. Danke für die vielen guten Rückmeldungen, obwohl – oder gerade weil – es nicht nur leichte Themen waren. Schön, dass eine solche Mischung möglich ist.
Reisen
(Reise-) Traum: Immer wieder Georgien
Auf die Frage nach euren großen (Reise-) Träumen kam als Antwort oft »Georgien«.
Das kann ich soooo gut verstehen – mir geht es ebenso. Die Landschaften müssen grandios sein, die Menschen einzigartig, das Essen oberlecker.
Hinzu kommt bei mir das Gefühl, dass ich meinen Hintern dorthin bewegen sollte, solange es noch möglich ist – irgendwann wird Putin da sein. Ist das eine Art präventiver Katastrophentourismus? Voyerismus am Rande eines fremden Abgrunds, von dem aus wir wieder in die sichere Heimat reisen können?
Vielleicht spielt es eine Rolle. Vor allem aber stimme ich Ted Simon, Motorradlegende und wunderbarer Mensch zu, wenn er sagt, dass wir (Motorrad-)Reisenden auch Botschafter und Berichterstatter sind:
Individual explorers have a great role to play in comprehending what is going on in the world, and communicating their observations. These personal observations, to my mind, are at least as useful as any media reporting that’s done these days.
Zurück zu Georgien: Wer einen Vorgeschmack auf dieses Land möchte, sollte nach dem Reisevortrag »Georgien« von Bruno Pilliteri und seinen AufSpur-Jungs Ausschau halten. Wer solange nicht warten will, kann im November im Cali Kulturbahnhof in den Himalaya, nach Norwegen oder mit Bruno und seinen Jungs nach Kirgisistan touren – jeder Vortrag lohnt sich!!!
Happy Birthday to Me!
In diesen Tagen werde ich 50 – der absolute Wahnsinn. So alt wird doch keiner!? Ach ja, die unschuldigen Gedanken aller unter Dreißigjährigen …
Es gibt Menschen, die feiern ihre Geburtstage nicht gern, manche wollen nicht einmal Glückwünsche bekommen. Das kann natürlich jeder halten, wie er will – ich finde meine Geburtstage toll. Sie lassen mich innehalten und auf das zurückschauen, was ich geschafft, er- und überlebt habe. Ich bin noch da.
Und ich bin nicht nur 50, ich habe auch 50 (na gut, 49), wie es die Franzosen sagen. All die Jahre sind mein, ich kann mich an so vielem freuen, aus vielem schöpfen, auf so vieles stolz sein. Klar, manches war auch zum Kotzen ̶ aber auch das habe ich. Ich bin daran gewachsen und habe etwas daraus gemacht. Wenn das kein Grund zum Feiern ist – happy birthday to me!
Geburtstagsaktion I ̶ bitte gebt
Einige von euch wissen, dass Polly im Iran geblieben ist. Ich weiß, dass sie clever und im Herzen sowieso ein Straßenhund ist – trotzdem mache ich mir im Moment noch mehr Gedanken um sie.
In islamischen Ländern haben Hunde ohnehin einen schweren Stand (nicht, weil der Koran das sagt, sondern weil Arschloch-Schriftgelehrte ihn so auslegen). Seit einigen Monaten gibt es großflächige Vergiftungsaktionen, und Tierschützer holen so viele Hunde wie möglich von der Straße – und können sich damit sogar strafbar machen.
Ich unterstütze eines dieser Tierheime, das Vafa Shelter. Wenn euch das Thema. Wenn ihr mögt, macht mit 🙂
Geburtstagsaktion II ̶ bitte nehmt
Weil ich mich nicht wie 50 fühle, sondern nur halb so alt (hatte gerade zwei Kaffee), gibt es für euch Newsletter-Leser 25 Exemplare meines USA-Buches »Hin und weg – als Motorradvagabundin durch die USA« zum halben Preis, also 10 Euro (zzgl. Versand). Auf Wunsch natürlich gern mit Widmung 🙂
Schreibt mir einfach eine email mit eurer Adresse!
Projekte
Was für die Ohren?
Aktuell denke ich darüber nach, meine Bücher auch als Audiobooks anzubieten – ab und zu kamen schon mal Nachfragen. Wenn ich dann lese, dass sie in den USA der am stärksten wachsende Teil des Büchermarkts sind, wird es natürlich richtig interessant.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
- Selbst lesen. Vorteil: günstig. Nachteile: Es dauert. Ich bin keine ausgebildete Sprecherin, und schlechte Hörbuchsprecher sind furchtbar.
- Lesen lassen. Vorteil: Profi am Werk. Nachteile: Es dauert und ist a…teuer.
- Eine AI-Stimme nutzen Vorteile: günstig und schnell. Nachteil: Ist halt ’ne AI-Stimme.
- Mit Voice-Clone arbeiten. Ich liefere eine gute Probe meiner Stimme, aus der dann das Hörbuch generiert wird. Vorteil: Es wäre meine Stimme, es ginge schnell, z.T. wird auch die Produktion übernommen.
Wenn ich das so lese, scheint alles auf Nr. 4 hinauszulaufen.
Was denkt ihr zu dem Thema? Wäre es euch egal, wenn eine AI euch vorlesen würde?
Das restliche Leben
Vom Hoffen und Warten ̶ und was Spiralen damit zu tun haben
Neben den Umzugsvorbereitungen – meine Wohnung wird leerer und leerer – bestimmt natürlich meine Pflegehündin Marta einen großen Teil meiner Tage.
Seit dem 7. September ist sie bei mir; einige von euch haben ihre Fortschritte auf Facebook verfolgt. Vom absoluten verängstigten Hund, den ich über Wochen nicht berühren konnte und der die Welt außerhalb meiner Wohnung gar nicht kennenlernen wollte, hat sie sich zu einer neugierigen (wenn auch noch immer vorsichtigen) jungen Dame entwickelt, die die Welt in sich hineinschnüffelt und ab und zu sogar eine Massage genießt.
Während ich sie in den Wochen dazwischen gefühlte Ewigkeiten im Arm hielt, weil die Wiese unter ihren Füßen ihr Angst machte, oder etwas später ebenso lange neben ihr stand, weil das Gras jetzt okay war, aber der Mut für eigene Schritte noch fehlte, habe ich viel über Warten und Hoffen nachgedacht.
Ich wollte Marta nicht in Fortschritte hineinzwingen (oder mit Leckerli hineinlocken), zu denen sie noch nicht bereit war. Ich habe darauf gehofft, dass sie, innerlich und für mich meist unsichtbar, an ihren nächsten Schritt heranwächst.
Warten ist die kleine Schwester von Hoffen – beim Warten weiß man, dass etwas passieren wird. Es gilt, die Wartezeit möglichst elegant zu gestalten. Hofft man auf etwas, hat man keine Garantie dafür, dass es passiert. Mit Pech sieht man nicht einmal eventuelle Zwischenschritte. Und mit ganz großem Pech passiert wenig oder gar nichts.
So war es auch bei Marta – ich konnte nur hoffen. Vor allem darauf, dass mein Ansatz richtig war, schließlich habe ich keine Ausbildung im Umgang mit Hunden.
»Wir drehen uns im Kreis«, dachte ich oft, wenn ich sie wieder einmal ins Haus trug, nachdem sie nur zitternd im Grün gestanden hatte. Obwohl – schon der Kreis wäre ein Fortschritt gewesen …
Was mir geholfen hat, war der Gedanke (nicht von mir, aber trotzdem gut 😉 ), dass etwas, das wie ein Kreis aussieht, sich als Spirale entpuppen kann. Man muss nur die Perspektive wechseln und ahnt plötzlich, dass Rund für Rund eine Entwicklung stattfindet.
Und tatsächlich: Jetzt geht Madame auch mal im Kreis – zum Beispiel, wenn sie den kleinen Picasso umrundet, den sie richtig toll findet.
Morgen treffe ich jemanden, der Interesse daran hat, Marta zu adoptieren – ich hoffe, er erweist sich als ihrer würdig.
Ich freu mich auf euer Feedback und wünsche euch einen wundervoll kuschligen Herbstsonntag!
Eva









