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	<title>reisen - Eva Strehler</title>
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	<description>freiheit. menschen. geschichten.</description>
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		<title>NL +++ Georgien +++ Geburtstag +++ Wenn sich mal wieder gar nichts tut +++</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Castor89]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 13:29:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="150" height="150" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/v535batch2-mynt-31-Kopie-e1762187563890-150x115.avif" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="weiße Kreise auf blauem Grund" decoding="async" /><p>Ihr Lieben (ich muss das Newsletter-Programm noch aufsetzen, mit dem ihr individuell angesprochen werdet UND Bilder habt – alles ist im Fluss, ohm…), hier ist der neue Newsletter! Ich hab mich riesig gefreut, dass der erste so gut bei euch ankam. Danke für die vielen guten Rückmeldungen, obwohl – oder gerade weil – es nicht...</p>
<p>The post <a href="https://eva-strehler.com/nl-georgien-geburtstag-wenn-sich-mal-wieder-gar-nichts-tut/">NL +++ Georgien +++ Geburtstag +++ Wenn sich mal wieder gar nichts tut +++</a> first appeared on <a href="https://eva-strehler.com">Eva Strehler</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img width="150" height="150" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/v535batch2-mynt-31-Kopie-e1762187563890-150x115.avif" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="weiße Kreise auf blauem Grund" decoding="async" /><p>Ihr Lieben<br />
(ich muss das Newsletter-Programm noch aufsetzen, mit dem ihr individuell angesprochen werdet UND Bilder habt – alles ist im Fluss, ohm…),</p>
<p>hier ist der neue Newsletter! Ich hab mich riesig gefreut, dass der erste so gut bei euch ankam. Danke für die vielen guten Rückmeldungen, obwohl – oder gerade weil – es nicht nur leichte Themen waren. Schön, dass eine solche Mischung möglich ist.</p>
<h2><strong>Reisen</strong></h2>
<h3><strong>(Reise-) Traum: Immer wieder Georgien</strong></h3>
<div></div>
<p>Auf die Frage nach euren großen (Reise-) Träumen kam als Antwort oft »Georgien«.</p>
<p>Das kann ich soooo gut verstehen – mir geht es ebenso. Die Landschaften müssen grandios sein, die Menschen einzigartig, das Essen oberlecker.</p>
<div>
<figure id="attachment_3031" aria-describedby="caption-attachment-3031" style="width: 904px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/Historical-places-Georgia-Kazbegi.avif"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-3031" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/Historical-places-Georgia-Kazbegi.avif" alt="Gergeti Trinity Church, Kazbegi, Georgia." width="904" height="678" srcset="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/Historical-places-Georgia-Kazbegi.avif 904w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/Historical-places-Georgia-Kazbegi-300x225.avif 300w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/Historical-places-Georgia-Kazbegi-768x576.avif 768w" sizes="(max-width: 904px) 100vw, 904px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3031" class="wp-caption-text">https://www.journalofnomads.com/backpacking-in-georgia-travel-guide/</figcaption></figure>
</div>
<div>
<p>Hinzu kommt bei mir das Gefühl, dass ich meinen Hintern dorthin bewegen sollte, solange es noch möglich ist – irgendwann wird Putin da sein. Ist das eine Art präventiver Katastrophentourismus? Voyerismus am Rande eines fremden Abgrunds, von dem aus wir wieder in die sichere Heimat reisen können?</p>
<p>Vielleicht spielt es eine Rolle. Vor allem aber stimme ich <a href="jupitalia.com" target="_blank" rel="noopener">Ted Simon</a>, Motorradlegende und wunderbarer Mensch zu, wenn er sagt, dass wir (Motorrad-)Reisenden auch Botschafter und Berichterstatter sind:</p>
<div>
<blockquote><p><em>Individual explorers have a great role to play in comprehending what is going on in the world, and communicating their observations. These personal observations, to my mind, are at least as useful as any media reporting that’s done these days.</em></p></blockquote>
</div>
<p>Zurück zu Georgien: Wer einen Vorgeschmack auf dieses Land möchte, sollte nach dem Reisevortrag »Georgien« von Bruno Pilliteri und seinen <a href="aufspur.com" target="_blank" rel="noopener">AufSpur</a>-Jungs Ausschau halten. Wer solange nicht warten will, kann im November im <a href="https://cali-kulturbahnhof.de/eventkalender/" target="_blank" rel="noopener">Cali Kulturbahnhof</a> in den Himalaya, nach Norwegen oder mit Bruno und seinen Jungs nach Kirgisistan touren – jeder Vortrag lohnt sich!!!</p>
<h3><strong>Happy Birthday to Me!</strong></h3>
<div></div>
<p>In diesen Tagen werde ich 50 – der absolute Wahnsinn. So alt wird doch keiner!? Ach ja, die unschuldigen Gedanken aller unter Dreißigjährigen …</p>
<p>Es gibt Menschen, die feiern ihre Geburtstage nicht gern, manche wollen nicht einmal Glückwünsche bekommen. Das kann natürlich jeder halten, wie er will – ich finde meine Geburtstage toll. Sie lassen mich innehalten und auf das zurückschauen, was ich geschafft, er- und überlebt habe. Ich bin noch da.</p>
<p>Und ich bin nicht nur 50, ich habe auch 50 (na gut, 49), wie es die Franzosen sagen. All die Jahre sind mein, ich kann mich an so vielem freuen, aus vielem schöpfen, auf so vieles stolz sein. Klar, manches war auch zum Kotzen ̶ aber auch das habe ich. Ich bin daran gewachsen und habe etwas daraus gemacht. Wenn das kein Grund zum Feiern ist – happy birthday to me!</p>
<h4><strong>Geburtstagsaktion I  ̶  bitte gebt</strong></h4>
<p>Einige von euch wissen, dass Polly im Iran geblieben ist. Ich weiß, dass sie clever und im Herzen sowieso ein Straßenhund ist – trotzdem mache ich mir im Moment noch mehr Gedanken um sie.</p>
<p>In islamischen Ländern haben Hunde ohnehin einen schweren Stand (nicht, weil der Koran das sagt, sondern weil Arschloch-Schriftgelehrte ihn so auslegen). Seit einigen Monaten gibt es großflächige Vergiftungsaktionen, und Tierschützer holen so viele Hunde wie möglich von der Straße – und können sich damit sogar strafbar machen.</p>
<p>Ich unterstütze eines dieser Tierheime, das <a href="vafashelter.com/vafa-animal-shelter" target="_blank" rel="noopener">Vafa Shelter</a>. Wenn euch das Thema. Wenn ihr mögt, macht mit 🙂</p>
</div>
<div>
<h4><strong>Geburtstagsaktion II  ̶  bitte nehmt</strong></h4>
<div></div>
<p>Weil ich mich nicht wie 50 fühle, sondern nur halb so alt (hatte gerade zwei Kaffee), gibt es für euch Newsletter-Leser 25 Exemplare meines USA-Buches »Hin und weg – als Motorradvagabundin durch die USA« zum halben Preis, also 10 Euro (zzgl. Versand). Auf Wunsch natürlich gern mit Widmung 🙂</p>
<p>Schreibt mir einfach eine email mit eurer Adresse!</p>
<h2><strong>Projekte</strong></h2>
<h3><strong>Was für die Ohren?</strong></h3>
<div></div>
<p>Aktuell denke ich darüber nach, meine Bücher auch als Audiobooks anzubieten – ab und zu kamen schon mal Nachfragen. Wenn ich dann lese, dass sie in den USA der am stärksten wachsende Teil des Büchermarkts sind, wird es natürlich richtig interessant.</p>
<p>Es gibt verschiedene Möglichkeiten:</p>
<ol>
<li>Selbst lesen. Vorteil: günstig. Nachteile: Es dauert. Ich bin keine ausgebildete Sprecherin, und schlechte Hörbuchsprecher sind furchtbar.</li>
<li>Lesen lassen. Vorteil: Profi am Werk. Nachteile: Es dauert und ist a…teuer.</li>
<li>Eine AI-Stimme nutzen Vorteile: günstig und schnell. Nachteil: Ist halt ’ne AI-Stimme.</li>
<li>Mit Voice-Clone arbeiten. Ich liefere eine gute Probe meiner Stimme, aus der dann das Hörbuch generiert wird. Vorteil: Es wäre meine Stimme, es ginge schnell, z.T. wird auch die Produktion übernommen.</li>
</ol>
<p>Wenn ich das so lese, scheint alles auf Nr. 4 hinauszulaufen.</p>
<p>Was denkt ihr zu dem Thema? Wäre es euch egal, wenn eine AI euch vorlesen würde?</p>
<h2><strong>Das restliche Leben</strong></h2>
<h3><strong>Vom Hoffen und Warten  ̶  und was Spiralen damit zu tun haben</strong></h3>
<p>Neben den Umzugsvorbereitungen – meine Wohnung wird leerer und leerer – bestimmt natürlich meine Pflegehündin Marta einen großen Teil meiner Tage.</p>
<p>Seit dem 7. September ist sie bei mir; einige von euch haben ihre Fortschritte auf Facebook verfolgt. Vom absoluten verängstigten Hund, den ich über Wochen nicht berühren konnte und der die Welt außerhalb meiner Wohnung gar nicht kennenlernen wollte, hat sie sich zu einer neugierigen (wenn auch noch immer vorsichtigen) jungen Dame entwickelt, die die Welt in sich hineinschnüffelt und ab und zu sogar eine Massage genießt.</p>
<p>Während ich sie in den Wochen dazwischen gefühlte Ewigkeiten im Arm hielt, weil die Wiese unter ihren Füßen ihr Angst machte, oder etwas später ebenso lange neben ihr stand, weil das Gras jetzt okay war, aber der Mut für eigene Schritte noch fehlte, habe ich viel über Warten und Hoffen nachgedacht.</p>
<p>Ich wollte Marta nicht in Fortschritte hineinzwingen (oder mit Leckerli hineinlocken), zu denen sie noch nicht bereit war. Ich habe darauf gehofft, dass sie, innerlich und für mich meist unsichtbar, an ihren nächsten Schritt heranwächst.</p>
</div>
<div></div>
<div><a href="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/20251026_120948-Kopie.avif"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3035" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/20251026_120948-Kopie.avif" alt="Marta im Herbstlaub" width="1681" height="1126" srcset="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/20251026_120948-Kopie.avif 1681w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/20251026_120948-Kopie-300x201.avif 300w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/20251026_120948-Kopie-1024x686.avif 1024w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/20251026_120948-Kopie-768x514.avif 768w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/20251026_120948-Kopie-1536x1029.avif 1536w" sizes="(max-width: 1681px) 100vw, 1681px" /></a></div>
<div>
<div></div>
<p>Warten ist die kleine Schwester von Hoffen – beim Warten weiß man, dass etwas passieren wird. Es gilt, die Wartezeit möglichst elegant zu gestalten. Hofft man auf etwas, hat man keine Garantie dafür, dass es passiert. Mit Pech sieht man nicht einmal eventuelle Zwischenschritte. Und mit ganz großem Pech passiert wenig oder gar nichts.</p>
<p>So war es auch bei Marta – ich konnte nur hoffen. Vor allem darauf, dass mein Ansatz richtig war, schließlich habe ich keine Ausbildung im Umgang mit Hunden.</p>
<p>»Wir drehen uns im Kreis«, dachte ich oft, wenn ich sie wieder einmal ins Haus trug, nachdem sie nur zitternd im Grün gestanden hatte. Obwohl – schon der Kreis wäre ein Fortschritt gewesen …</p>
<div><a href="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/v535batch2-mynt-31-Kopie.avif"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3038" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/v535batch2-mynt-31-Kopie.avif" alt="weiße Kreise auf blauem Grund" width="2000" height="2000" /></a></div>
<p>Was mir geholfen hat, war der Gedanke (nicht von mir, aber trotzdem gut 😉 ), dass etwas, das wie ein Kreis aussieht, sich als Spirale entpuppen kann. Man muss nur die Perspektive wechseln und ahnt plötzlich, dass Rund für Rund eine Entwicklung stattfindet.</p>
</div>
<div></div>
<div><a href="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/2525409.avif"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-3033" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/10/2525409.avif" alt="Spiral, golden" width="2000" height="2000" /></a></div>
<div>
<div></div>
<p>Und tatsächlich: Jetzt geht Madame auch mal im Kreis – zum Beispiel, wenn sie den kleinen Picasso umrundet, den sie richtig toll findet.</p>
<p>Morgen treffe ich jemanden, der Interesse daran hat, Marta zu adoptieren – ich hoffe, er erweist sich als ihrer würdig.</p>
<p>Ich freu mich auf euer Feedback und wünsche euch einen wundervoll kuschligen Herbstsonntag!</p>
</div>
<p>Eva</p>
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		<title>Allein reisen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Castor89]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2025 21:39:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[deutsch]]></category>
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		<category><![CDATA[reisen]]></category>
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		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="150" height="150" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/07/064__Uebernachtungen-unterwegs-1-Kopie-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="Friedhof mit Zelt, Blue Ridge Parkway, USA" decoding="async" srcset="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/07/064__Uebernachtungen-unterwegs-1-Kopie-150x150.jpg 150w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/07/064__Uebernachtungen-unterwegs-1-Kopie-60x60.jpg 60w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p>„Du bist so mutig!“</p>
<p>Nope. Zumindest nicht, was das Alleinreisen angeht. Mut gibt es nur mit Angst – wenn ich vor dem Alleinreisen keine Angst habe, brauche ich dazu keinen Mut. Ich müsste all meinen Mut aufbringen, um mit anderen auf Tour zu gehen: weil ich weiß, wieviel Spontaneität ich brauche, wie wenig Geduld ich mit anderen habe und wie wenig Wörter vor dem dritten Kaffee.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="150" height="150" src="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/07/064__Uebernachtungen-unterwegs-1-Kopie-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="Friedhof mit Zelt, Blue Ridge Parkway, USA" decoding="async" srcset="https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/07/064__Uebernachtungen-unterwegs-1-Kopie-150x150.jpg 150w, https://eva-strehler.com/wp-content/uploads/2025/07/064__Uebernachtungen-unterwegs-1-Kopie-60x60.jpg 60w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><p>Das Wichtigste zuerst: Wir alle haben unsere persönlichen Reisestile – keiner ist besser als andere. Wichtig ist, den eigenen Reisestil zu finden und ihn zu leben. Meiner ist das Alleinreisen (wenn es um Motorradtouren geht, sonst witzigerweise nicht).</p>
<h3><strong>Warum allein? Darum!</strong></h3>
<p>Einige Vorteile haben sich inzwischen herumgesprochen: Ich bin spontan, kann jede „Planung“ innerhalb von Sekunden in ihr Gegenteil kehren. Ich bin nie lange allein – wirklich nicht. Ich bestimme meine (Pinkel-)Pausen selbst, muss aber keine Rücksicht auf die anderer nehmen. Im Zelt herrscht meine (Un-)Ordnung. Da pfuscht mir niemand rein (Hund ausgenommen 😉). Und überhaupt: Nur weil ich allein bin, bin ich nicht einsam – <em>not all who wander are lost</em> (ist <a title="zum Tolkien-Forum" href="https://www.tolkienforum.de/topic/5464-zitatsuche-not-all-those-who-wander-are-lost/" target="_blank" rel="noopener">von Tolkien</a>, nicht von mir).</p>
<h3><strong>Mehr oder weniger?</strong></h3>
<p>Ich glaube nicht, dass ich <em>mehr</em> erlebe, wenn ich allein auf Tour bin – ich glaube, dass ich <em>anders</em> erlebe. Zugegeben, ich will es „intensiver“ nennen, doch kann ich denen, die in Gesellschaft fahren, diese Intensität absprechen? <em>Ich</em> sehe intensiver, fühle intensiver, denke mehr, leide mehr, wenn ich allein unterwegs bin. Begleiter sind auch Puffer. Vielleicht freue ich mich weniger über das, was ich sehe und erlebe, weil ich es nicht teilen kann. Vielleicht auch nicht, bin eh eher eine stille Freuerin.</p>
<h3><strong>„Du bist so mutig!“</strong></h3>
<p>Nope. Zumindest nicht, was das Alleinreisen angeht. Mut gibt es nur mit Angst – wenn ich vor dem Alleinreisen keine Angst habe, brauche ich dazu keinen Mut. Ich müsste all meinen Mut aufbringen, um mit anderen auf Tour zu gehen: weil ich weiß, wieviel Spontaneität ich brauche, wie wenig Geduld ich mit anderen habe und wie wenig Wörter vor dem dritten Kaffee.</p>
<h3><strong>Und wenn dir was passiert??</strong></h3>
<p>Ja, allein zu reisen macht verletzlicher. Niemand will sich verletzen oder verletzt werden – es ist also unbedingt zu vermeiden. Das ist logisch, natürlich, aber nicht die ganze Wahrheit. Meine These: Je verletzlicher Reisende sind, umso mehr Offenheit, Gastfreundlichkeit und Hilfe erfahren sie. Deshalb erleben wir als Motorradfahrer ja so viel mehr als Autoreisende.</p>
<h3><strong>Zonenerweiterung</strong></h3>
<p>Mit jeder meiner Alleinreisen festigt sich die Gewissheit: Was auch immer mich erwartet – ob ich mit einer Beinverletzung unter Schmerzen in Missouri liege, mich in den dichten Wäldern der rumänischen Karpaten verirre oder im Iran wochenlang unter dem Radar der Polizei bewege – ich komme damit klar. Die Dinge mögen nicht immer so ausgehen, wie ich es gern hätte, aber ich habe es durch diese Situationen geschafft.</p>
<p>Ich liebe es, dass diese Gewissheit sich auf jeden Tag meines Lebens überträgt: Was auch immer kommt, ich kann damit umgehen, ich werde daraus lernen, ich werde daran wachsen. Und ich weiß auch: Ich bin eben nicht allein. Ja, ich bin allein gereist, aber wann immer ich allein eben doch nicht weiterkam, kam Hilfe – kamen Menschen. Ich weiß nicht, ob ich diese Gewissheiten ohne meine Solo-Touren hätte. Und vielleicht geht es einfach darum: dass unser Vertrauen seine Komfortzone in gleich zwei Richtungen ausweiten darf – in mich selbst und in die Welt.</p>
<hr />
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